Auf der Suche nach dem Kalikokrebs – Aktion an der Isenach

Der Kalikokrebs (Orconectes immunis) ist eine invasive neozoische Krebsart.

Sie stammt aus den südlichen Teilen Kanadas und Nord-USA.

Ausgangspunkt der Invasion ist wohl die Baden-Baden Airbase. Man nimmt an, dass der Krebs ins Freie gelangte, als die Kanadischen Soldaten, die die Krebse wohl in Aquarien hielten, 1993 von der Airbase abrückten.

Der Krebs hat bei uns fast keine Fressfeinde und breitet sich daher schnell aus. Er hinterlässt trübe Gewässer ohne Pflanzenbewuchs. Darüber hinaus ist er in der Lage, die komplette Flussfauna mit Ausnahme von Welsen auszurotten.

Die Art geht auch über Land, vorzugsweise bei kurzem Gras. Dabei auch die eiertragenden Weibchen. Die Weibchen tragen ca. 300 Eier und verstecken sich damit den Winter über.

Paarungszeit ist Oktober/November.

Wachstum der Jungtiere Mai-Juli. Nach 3 Monaten werden die jungen Krebse geschlechtsreif.

Die Krebse sind auch in der Winterzeit aktiv.

Da sich der Krebs von Baden Baden den Rhein abwärts kontinuierlich ausbreitet und auch in die Nebenflüsse vordringt, haben wir Sorge, dass er auch schon in die Isenach gelangt sein könnte. Diesen Nachweis wollen wir nun führen.

Beste Zeit zum Monitoring ist der Winter mit 11-Loch-Kalksandsteinen. Es hat sich bei Versuchen der PH Karlsruhe (Prof. Martens) gezeigt, dass die Steine gerne von den eiertragenden Weibchen als Burg angenommen werden.

Wenn man die Steine nach etwa einem Monat wieder herausnimmt, kann man dann die Krebse in den Röhren finden, sofern sie im Gewässer überhaupt vorhanden sind.

Heute, 20. Januar 2018, hat ein Team (Elias, Gabriel, Reinhard und Manfred) mit dem Monitoring begonnen.

Die Stadt hat uns Kalksandsteine zur Verfügung gestellt, die wir an der Einlaufstelle des Stauraumkanals Pilgerpfad südlich des Monte Scherbelinos ausgelegt haben.

Die Arbeit gestaltete sich schwieriger als erwartet, weil zum einen der Wasserstand recht hoch und dann die Ufer gefährlich schlammig waren.

Da die Steine in Anbetracht der Wassertiefe und des trotz Wathosen kaum begehbaren Flussgrundes zu schwer waren, haben wir sie gedrittelt. So konnte mann sie gezielt mit Hilfe einer Mistgabel auslegen.

Wir haben versucht, zu dokumentieren, wo wir die Steine im einzelnen ausgelegt haben. Es ist allerdings fraglich, ob wir alle Steine wiederfinden werden, weil die Flusssohle teilweise sehr schlammig ist und die Steine im Morast versinken könnten.

In einem Monat wissen wir mehr.

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