Gestern, am Mittwoch den 11.02.2026, ausnahmsweise mal mitten in der Woche hatten Manfred und ich einen kompakten zwei-Mann-Einsatz auf unserem Nabu-eigenen Grundstück auf dem Gelände bei Freinsheim mit dem schönen Namen „Hinter der Sauhalt“. Unser Gelände ist der schmale Streifen hier rechts vom Gator bis zur steilen Böschung mit den zwei Meter hohen Büschen ganz rechts, etwa 200 Meter lang.
So, wie oben auf dem Bild, und hier unten, sah es dort aus, als wir kamen:
Manfred hat dann mit dem Allmäher die Fläche gemäht, und ich habe mit dem Freischneider um die Bäume herum und in den Ecken geputzt, wo man dem Mäher nicht so gut hinkommt. Wir sind gut vorangekommen. Ich war zum ersten Mal dort; Manfred meinte, das Grundstück wäre diesesmal in besserem Zustand und leichter zu pflegen gewesen als letztes Jahr.
Nachher sah es dann auf dem Grundstück so aus (drei Fotos, vom Hochsitz aus, von unten nach oben geschwenkt):
Hier noch ein Foto, das zeigt, wie das Grundstück direkt neben der Bahnlinie zwischen Freinsheim und Weisenheim am Sand liegt. Es ist trotzdem sehr idyllisch dort und wir wurden, als wir ankamen, von erstaunlich viel Vogelgezwitscher begrüßt.
Das Abschlussfoto zeigt die beiden zufriedenen Nabu-Aktiven nach getaner Arbeit. Die Abschlussbesprechung und das Futtern und Kaffeetrinken gab es diesesmal nicht direkt auf dem Gelände, sondern in Freinsheim bei Monika im Wohnzimmer.
Am Samstag, 07.02.2026, stand unsere „Apfelwiese“ auf dem Programm. Wir waren mit 7 Teilnehmern eine schlagkräftige Truppe und konnten eine Menge erledigen. Von unseren Geräten kamen zum Einsatz: 2 Freischneider, unser Allmäher, zwei Kettensägen und verschiedene Astscheren und Hochastscheren und -sägen. Was man halt so braucht, um eine Streuobstwiese zu pflegen, um die Wiese freizuhalten und vor Brombeeren und Verbuschung zu schützen, um die Apfelbäume durch Beschneidung in die richtigen Bahnen zu lenken und vital zu halten und totes Holz zu beseitigen.
Die Fotos hier auf dem Blog zeigen überwiegend den Endzustand der Wiese nach dem Einsatz. Die Wiese selbst ist jetzt insgesamt in einem sehr guten Zustand. Es waren bei unserem Einsatz heute auch vergleichsweise wenig Brombeeren zu schneiden und zu mulchen. Der Untergrund besteht jetzt überwiegend wirklich aus Wiese. Das ist auch wesentlich darauf zurückzuführen, dass wir dieses Jahr im Sommer über mehrere Monate Schafe auf der Wiese hatten, die den Bewuchs auf besonders ökologische Weise zurückdrängen. Das ist besser als mit dem Mäher zu mähen und zu mulchen und den Mulch liegenzulassen.
Allerdings fressen die Schafe auch sehr gerne die Rinde von den Bäumen, und man muss besonders die jungen Bäumen gut schützen, wenn man Schafe auf der Wiese hat. Dieses Bäumchen hier ist vermutlich den Schafen zum Opfer gefallen und ist leider verloren:
Im Frühjahr wollen wir wieder einige junge Apfelbäumchen nachpflanzen.
Neben jüngeren und vitalen Bäumen stehen auch eine ganze Reihe von sehr alten, teilweise vergreisten und teilweise ganz abgestorbenen Apfelbäumen auf der Wiese:
Das hier ist die Krone eines jungen Baumes vor dem Schnitt:
Er muss innen ausgedünnt werden, die Leitäste und die Spitze muss in Form gebracht werden, und nach innen und unten wachsende Äste müssen gekürzt oder entfernt werden. Monika hat viel Erfahrung mit Baumschnitt und hat mit uns die Regeln und Prinzipien dafür besprochen. Geschnitten haben wir dann gemeinsam.
Hier arbeiten Monika und Melanie am Verbiss-Schutz eines Apfelbaums:
Uns sind dieses Jahr besonders die teilweise sehr starken, moosartigen Beläge auf vielen Apfelbäumen auf der Apfelwiese aufgefallen. Manfred wusste gleich, dass das kein Moos ist, sondern Flechten:
Die Flechten bilden interessante Formen und Strukturen auf der Stamm- und Ast-Oberfläche, wie man bei Vergrößerung unter der Digitallupe erkennen kann:
Wir haben uns dazu noch schlau gemacht und haben folgendes gefunden. Es handelt sich wahrscheinlich um die Sulcatflechte ( Parmelia sulcata), eine häufige Blattflechtenart in Mitteleuropa. Flechten sind keine Einzelorganismen, sondern faszinierende Symbiosen aus Pilzen und Algen, die als eigene Lebensform existieren. Der Pilz bietet Schutz und Feuchtigkeit, während die Alge durch Photosynthese Energie liefert. Sie besiedeln nährstoffarme Orte wie Steine, Rinde oder Totholz. Sie entziehen der Rinde keine Nährstoffe und schädigen die Rinde auch nicht, jedenfalls nicht unmittelbar. Man kann sie auch relativ leicht mechanisch von der Rinde durch Abkratzen (mit dem Fingernagel zum Beispiel) entfernen, wie ich bei unseren Apfelbaum-Ästen selbst probiert habe.
Weiterhin findet man dazu auch folgendes. Bei starkem Befall, besonders bei älteren Bäumen, können Flechten Schädlinge wie Apfelwickler oder Läuse verbergen und ihnen Unterschlupf bieten. Dann kann z.B. ein Pflegeschnitt zur besseren Belüftung sinnvoll sein kann, um die Vitalität des Baumes zu fördern.
Auch die Nistkästen auf der Wiese wurden jetzt vor Beginn der Brutsaison gereinigt. In einem haben wir die sterblichen Überreste eines kleinen Tiers (mit langem Schwanz) gefunden. Was es wohl war?
Zum Schluss, wie immer, gemeinsames Futtern, mit den leckeren Sandwiches von Monika:
Das Abschlussfoto, da sind alle drauf (von links nach rechts): Axel, Manfred, Wolfgang, Melanie, Rolf, Ralf und Monika.